Zwischenseminar in Ghana

Mittwoch, 11. März 2009 | von Jan Sonntag

Jede Zivi-Generation nimmt etwa zur Halbzeit des Dienstes an einem Zwischenseminar teil, das traditionell in Ghana stattfindet und von der FID-Stelle der AGEH (Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe) organisiert wird, die auch schon unser Vorbereitungsseminar in Köln ausgerichtet hat.

Und auch wir nutzten wie unsere Vorgänger die Gelegenheit des Zwischenseminars dazu, in einem Urlaub ein bisschen die Küstenländer Westafrikas kennen zu lernen. Jan besuchte mit seinen Eltern, die gerade zu Besuch sind, zunächst die zweitgrößte Stadt Ghanas, Kumasi, in der es den vermutlich größten Markt Westafrikas zu bestaunen gibt. Nils nahm sich mit Lukas, dem AMPO-Zivi, eine ganze Woche Zeit für die Anreise zum Seminar um durch Togo zu reisen. So entdeckten wir ganz neue Seiten Westafrikas, die wir aus Burkina nicht kannten: Wir wanderten in den Bergen und im Regenwald, wir genossen den wunderschönen, mit Palmen gesäumten Strand und fanden Spuren der Kolonialgeschichte, z.B. die vielen Sklavenburgen an der Küste oder die Auswirkungen der christlichen Missionierung, die in Ghana sehr erfolgreich stattgefunden hat.

Das Seminar fand dann in Abitifi statt, einem kleinen Dorf auf einem Berg in der Nähe des Volta-Sees. Dort trafen wir uns mit 20 anderen deutschen Freiwilligen, die größtenteils ihre Einsatzplätze in Ghana hatten. Zu unserer Überraschung begrüßte uns auch Max, einer der Seminarbegleiter, der schon unser Vorbereitungsseminar sehr gut betreut hat. Die Teilnehmergruppe war total nett und es war sehr interessant, Erfahrungen aus sechs Monaten Freiwilligendienst in den unterschiedlichsten Projekten auszutauschen. Insgesamt empfanden wir die Woche, in der wir ständig mit den anderen Freiwilligen zusammen waren, als unheimlich deutsch. Plötzlich merkten wir, wie sich unser Blick auf die Kultur unser Heimat verändert hat, wie wir einige Dinge bewusst wahrnahmen, die wir vorher als selbstverständlich erachtet hatten. Und es tat auch einfach sehr gut, einmal für eine Woche den Alltag hinter sich zu lassen und sich von dieser gewissen Anstrengung zu erholen, die damit verbunden ist, in einer fremden Kultur zu leben. Wir hatten viel Zeit uns unsere bisherigen Erfahrungen noch einmal bewusst zu machen und über Vorsätze für die zweite Hälfte nachzudenken. Dabei sind natürlich, wie es bei FID so üblich ist, auch viele schöne Plakate entstanden.

Nach dem Seminar sind wir zur Küste Ghanas gefahren, in die Nähe von Cape Coast. Dort traf Jan seine Eltern wieder und verbrachte mit ihnen noch ein paar wunderschöne Tage am Strand. Nils besuchte noch einige andere Freiwillige, die wir beim Seminar kennen gelernt haben, in ihrem Projekt und war noch im Kakum-Nationalpark, in dem man über Seilbrücken hoch hoben im “3. Stock” des Regenwalds herumklettern konnte. Dann war der Urlaub jedoch auch schon vorbei und wir machten uns auf den Rückweg nach Ouagadougou, der mit dem Reisebus 35 Stunden brauchte, 4 Stunden davon warteten wir an der burkinischen Grenze.

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Kategorien: Fotos, unterwegs

1 Kommentar to Zwischenseminar in Ghana

Chris
16. März 2009

Wow, ich wusste gar nicht das Ghana solch tolle Strände hat. Karibikfeeling pur!!!

Grüße aus dem kalten Deutschland

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