Solarenergie für Débéré Douman

Samstag, 26. Juni 2010 | von Jan Sonntag

Meine erste Elektrifizierungsreise dieses Jahr führte das Team von SEWA und die Techniker der Firma MicroSow in das kleine Dorf Débéré Douman. Auf dem Dach der dortigen Grundschule konnte mit den Spenden des Hegel Gymnasiums Stuttgart eine Solaranlage installiert werden, die stark genug ist um zwei Klassenräume nach Einbruch der Dunkelheit zu beleuchten.

Nils, der vor ein paar Wochen ebenfalls Burkina ebenfalls einen (Kurz-)Besuch abgestattet hatte, hatte die Schule bereits besucht um die Schulgemeinschaft auf die Elektrifizierung vorzubereiten. Die Schule in Débéré Douman wurde uns von der Schulbehörde der Provinz ausdrücklich wegen des großen Engagements der Lehrer und Elternvertrer empfohlen. Nicht zuletzt deshalb dient sie außerdem als Pilotschule, d.h. an ihr werden neue pädagogische Konzepte getestet.

In der Tat machte das Dorf einen mehr als motivierten Eindruck. Als wir nach langer und etwas beschwerlicher Reise (eine gravierende Panne hatte uns gezwungen mitten auf dem Weg das Auto zu wechseln) Débéré Doumam erreichten, wurde wir bereits freudig erwartet. Während der ganzen Installation wichen uns die Elternvertrer nicht von der Seite. Auf ihre Schule sind die Bewohner des Dorfes sehr stolz: Regelmäßig zählen die Schüler aus Débéré Douman zu den Besten bei den Abschlusstests in der Region. Sie sind überzeugt, dass eine Solaranlage für die Schule nicht nur eine Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen bedeutet, sondern den Kindern auch langfristig dabei hilft sich in der Schule weiter zu verbessern.

Es war sehr interessant sich wieder einmal mit den Leuten vor Ort über das Thema Schule zu unterhalten. Die Elternvertreter müssen oftmals hart kämpfen um manche Dorfbewohner davon zu überzeugen ihre Kinder auf die Schule zu schicken. Man darf dabei nicht vergessen, dass der Großteil der Eltern selbst nie die Schule besucht hat und dadurch der Schulbesuch der Kinder alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Der Mann einer der Lehrerinnen erzählte mir traurige Geschichten von intelligenten jungen Mädchen, die verheiratet wurden anstatt sie weiter zur Schule zu schicken. Aber er erzählte mir auch, dass er sich von der Solaranlage eine gewisse Signalwirkung erhofft. In Débéré Douman ist die Grundschule nun das einzige Gebäude das über elektrisches Licht verfügt. Elektrisches Licht symbolisiert ein Stück weit Modernität und sozialen Aufstieg. Dies könne den engagierten Elternvertretern bei ihrer Sensibilisierungsarbeit helfen.

Die Installation selbst verlief gewohnt routiniert. Innerhalb kürzester Zeit verkabelten die Techniker der einheimischen Firma MicroSow zwei Klassenräume, montierten die Solarmodule, Lichtschalter und Lampen. Dieses Mal waren nicht nur die altgedienten Techniker dabei, sondern auch zwei junge Praktikanten, die so in der zukunftsträchtigen Solartechnik ausgebildet werden.

Gerade sind Ferien in Burkina Faso, doch wenn die Schule im Oktober wieder losgeht, können die Kinder schon von der neuen Anlage profitieren.

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Kategorien: Energie!, Fotos, im Busch, unterwegs

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