Ein herzliches Geben und Geben lassen: Kostbares Licht für den Sahel – Kostbare Lebenserfahrung für die Zivis

Mittwoch, 21. März 2007 | von Mathias Hübener

Vor gut einer Woche konnten wir zwei Solarzivis eine weitere Schule auf unserem Konto verbuchen, die Dank einer deutschen Partnerschaft mit solarem Licht ausgestattet werden konnte. Etwas verspätet kamen wir 260 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, in Barga an – ein 3000-Seelen Dorf in der Sahelzone. War die Sonne auch schon am Untergehen, begannen wir dennoch die Installation und bauten für die Nacht die Zelte im Klassenraum auf.

Arbeiten selbst in der Nacht-unsere Techniker Auftanken nach dem zeerenden Tag das Nachtrevier hier und da packen auch die Zivis an Hier und da packen auch die Zivis an 2 das obligatorische “wir waren da”-Foto and the giver is… Wieder einen Partner gefunden der offizielle Installationsabschluss

Was dieses mal etwas ganz besonderes war, und Pioniergeist weckte, war der Verbleib eines Zivis auf dem Dorf. Eine Woche mit den fremden Dorfbewohnern und der Schulgemeinschaft ihre ersten Erfahrungen mit dem neuen Licht teilen, eine Woche ihr Leben erleben, eine Woche ihr Essen essen. In dieser trockenen und baumkargen Zone war es dann auch nichts ungeöhnliches mehr, wenn alle beim Tô Essen mit den Zähnen knirschen. Denn der Staub hängt so dicht in der Luft, dass es sich einfach nicht verhindern lässt, diesen vom Maisbrei fernzuhalten. Denn für gewöhnlich wird über dem offenen Feuer unter freiem Himmel gekocht.

Sonnenuntergang über dem Sahel die burkinische Standard-Küche trockene Sahelzone

So gehörte es auch zum Dorfleben dazu, mit der Schubkarre und Wasserkanistern zur Pumpe loszuziehen, um Wasser zu holen. Angekommen schwitzte ich wie nach der Saune, und konnte das geholte Wasser aufwenden, um mich zu duschen. Eine aufregende Erfahrung – ein ruhiges Dorfleben. Denn hier dreht sich nichts um die Uhr, sondern alles um die Sonne. Und wenn diese verschwindet, wird es still in Barga, wie in vielen anderen burkinischen Dörfern ohne elektrischen Strom.

Ruhiges Leben auf dem Dorf Vor dem Schulgebäude Pumpen gehen - nicht um gut auszusehen, sondern um trinken zu können von der Haarspitze bis zum Kinnhäarchen vom pumpen verschwitzt

Doch einen neuen Anlaufpunkt für den Abend gibt es nun – die Schule. Hier können die Kinder nun ihre Hausaufgaben erledigen, Lehrer den Unterricht vorbereiten und bei entsprechendem Engagement des Dorfes selbst Abendkurse für die Alphabetisierung durchgeführt werden. Mein Plan, mit den Kindern am Abend zu zeichnen, und kleinere Spiele durchzuführen, verflüchtigte sich im Nu, als rund 120 Kinder (etwas mehr als eine burkinische Klasse) das erste mal in den Schein des neuen Lichtes traten, dass sich in ihren funkelnden Augen spiegelt. Wir haben es dennoch gepackt – wenn auch anders, als nach deutscher Tugend geplant.

Das erste Licht in der Nacht Neugier am ersten Abend Tanzen im neuen Licht

… das war unser zweiter Streich, doch die nächsten folgen sicher gleich!

Kategorien: Energie!, Essen wie bei Muttern, Fotos, im Busch, projektil

4 Kommentare to Ein herzliches Geben und Geben lassen: Kostbares Licht für den Sahel – Kostbare Lebenserfahrung für die Zivis

Mutti
21. März 2007

Es muß doch ein umwerfendes Gefühl gewesen sein, die Freude der Dorfbewohner über die Elektrifizierung miterleben zu dürfen, und anschließend begleitend noch ein paar Tage mit Ihnen unter ihren Lebensbedingungen verbringen zu dürfen. Da könnt Ihr stolz sein. Wieder ein Stück Eurer tollen Aufgabe geschafft. Und Deine Erlebnisse und Eindrücke werden unwiederbringlich sein.
Viele Grüße nach Quaga
Mutti

Helmut
25. März 2007

Dem kann ich mich nur anschließen. Toll!

Tine
25. März 2007

Den Menschen zeigen, das ihr bereit seid, ihr hartes Leben kennen zu lernen und es eine Zeit lang genauso mitzuleben… Ihr Geschenk und ihre Anerkennung dafür ist ihre Freundschaft, die du von den Bewohnern des Dorfes bekommen hast Matze! Darauf darfst du sehr, sehr stolz sein!

Maxi
27. März 2007

Ein Beitrag, der mich berühhrt. Das muss sicher ein grandioses Gefühl und Erlebnis sein, in der heißen Sahelzone eine Schule zu elektifizieren und während einer Woche Aufenthalt sehen zu können, wie das Licht das Leben der Menschen positiv beeinflusst.

Ich muss noch oft an Ouaga und die Zeit dort denken,

viele liebe Grüße an Tassi und natürliche Euch, Malte & Matze.

Maxi

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