Ouagadougou

Ein Gang über den Markt

Donnerstag, 10. September 2009 | Jan Sonntag | Keine Kommentare

In Ouagadougou gibt es neben dem gerade neu eröffneten großen Markt in der Innenstadt in jedem Viertel einen eigenen Markt, auf dem man alles findet, was man im täglichen Leben braucht. Hier ein kleiner Rundgang auf dem Markt unseres Viertels Somgandé:

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Kategorien: Ouagadougou, video


Jans Rückkehr

Samstag, 29. August 2009 | Jan Sonntag | Keine Kommentare

Am 18. August hat Jan Burkina Faso verlassen und ist nach knapp 13 Monaten in Westafrika wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Eine kleine Geschichte eines schweren Abschieds und einer langen Reise.

Es sollte meine letzte Nacht in Ouaga werden. Nachdem ich die letzte Mücke unter meinem Moskitonetz erlegt hatte und mich hingelegt hatte, war die Müdigkeit des Tages verschwunden. Anstatt einschlafen zu können hörte ich mir ein letztes Mal die vertraute nächtliche Geräuschkullisse Somgandés an: Das dröhnende Wummern des Kraftwerks das vom anderen Ufer des großen Stausees herüberschallt, ab und an ein Motorrad und schließlich die Gesänge der Muezine, die die Gläubigen zum Gebet rufen. Ein gutes Jahr hatte ich nun in diesem Land verbracht, unzählige schöne, schwierige aber vor allem einmalige Momente erlebt. Und ich kann es nicht leugnen, ich bin ziemlich wehmütig geworden. Die neugewonnenen Freunde zurückzulassen ist mir nicht leicht gefallen.

Doch auch Burkina schien mich nicht so schnell loswerden zu wollen. Denn als mich am nächsten Abend meine Freunde und Kollegen an den Flughafen brachten und ich mich eigentlich schon von allen verabschiedet hatte, stellte sich heraus, dass mein Flieger in dieser Nacht nirgends hinfliegen würde: die marokanischen Piloten streikten. Stattdessen vertröstete man uns auf den nächsten Tag. Okay, also ab nach Hause, um eine allerletzte Nacht in Ouaga zu verbringen.

Der nächste Tag war ein wenig ulkig, da alle das Gefühl hatten Gespenster zu sehen wenn ich aufkreuzte. Der zweite Versuch in Ouaga abzufliegen begann wenig vielversprechend: Endlose Schlangen von Flugpassagieren, die durch den Streik schon mehr als 40 Stunden in Ouaga festsaßen, ließen alle Hoffnungen auf einen Platz im Flieger verschwinden. Nach einigen Stunden Wartezeit klappte es aber doch noch und mit knapp 19 Stunden Verspätung verließ ich Ouaga in Richtung Niamey, Casablanca und schließlich Frankfurt.

Schon auf der Landebahn des frankfurter Flughafens machte sich der erste kleine Kulturschock bemerkbar: Es war so viel los! Ich hatte ein Jahr in einer Stadt gelebt, in welcher der Flughfen in der Mitte der Stadt liegt, was aber niemanden stört, da am Tag sowieso nur etwa fünf Flieger landeten. In Frankfurt jedoch ein weitaus weniger gemächliches Bild: als ich die Landebahn hinuntersah konnte ich schon die nächsten vier Flugzeuge ausmachen, die sie anflogen. Auf dem Rollfeld eine Vielzahl an Fahrzeugen die in halsbrecherischem Tempo hin- und herdüsten. Kaum am Terminal angelangt fingen meine Landsleute an im Laufschritt zur Gepäckausgabe zu rennen, als würden ihnen ihre Koffer sonst weglaufen. An der Gepäckausgabe angekommen, begrüßt einen ein Monitor: “Ihr Gepäck kommt in 7 Minuten”. Zum ersten mal konnte ich so richtig nachfühlen, was Yéral meinte wenn er sagte “Jeder Europäer hat eine Armbanduhr aber nie Zeit.” Ja, Deutschland ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig nach mehr als einem Jahr in Westafrika.

Zum Abschluss möchte ich all meinen Unterstützern danken, die mir dieses Jahr ermöglicht haben: Allen, die mich mit Spenden und Rat unterstützten, den Aktiven von SEWA, Nils und Lukas und natürlich meinen Kollegen in Burkina. Danke auch an die zahlreichen fleißigen Blog-Leser, die uns durch ermutigende Nutzungsstatistiken immer wieder zu neuen Blogeinträgen angestachelt haben.
Das letzte Kapitel des ADABlogs ist aber hiermit noch lange nicht geschrieben: Wir werden versuchen, noch den ein oder anderen kurzen Artikel zu veröffentlichen und somit die Wartezeit zu überbrücken, bis dann im Oktober unsere Nachfolger Marco und Stefan anfangen können, aus Ouagadougou zu bloggen. Natürlich weiterhin hier auf dem ADABlog!

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Kategorien: Notizen, Ouagadougou, unterwegs


Große Abschiedsparty im Zivi-Haus

Montag, 17. August 2009 | Nils Goldbeck | Keine Kommentare

Vergangenen Samstag fand unsere große Abschiedsfeier statt. Wir hatten alle Kollegen und Freunde eingeladen, mit uns einen fröhlichen Abend im Zivi-Haus zu verbringen und noch ein letztes Mal die gemeinsam verbrachte Zeit zu feiern.

Um unsere Gäste auch dem Anlass angemessen bewirten zu können, karrten wir viele Kästen Cola, Fanta, Tonic und Bier an. Außerdem gab es auch lokale Getränke wie Bissap und Somkom. Um die Getränke zu kühlen, holte unser Kollege Hamidou mit dem Mofa große Eisblöcke. Unsere Freundin Kady half uns beim Großeinkauf auf dem Markt und beim Zubereiten von Salaten, wozu wir bei den Mengen unsere riesigen Waschbottiche benutzten. Außerdem bestellten wir bei unserem Lieblingsrestaurant – beim Spaghettimann – je 20 Portionen Riz gras und Spaghetti mit Tomatensauce. Dazu noch fünf gegrillte Hühnchen.

Für den Abend hatten wir uns extra noch traditionelle westafrikanische Festgewänder gekauft, sog. Boubous, womit wir beim Begrüßen der Gäste viel Aufsehen erregten. Wir freuten uns, dass so viele Freunde, die teilweise recht weit weg wohnen, kamen um sich von uns zu verabschieden. So wurde es recht voll im Zivi-Haus, aber die Stimmung war richtig gut. Nach dem Essen wurde bald die Tanzfläche eröffnet und bis in den frühen Morgen wurde noch getanzt, gefeiert oder gemütlich bei einem Bier geredet.

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Kategorien: Essen wie bei Muttern, Fotos, Notizen, Ouagadougou


Ein Flugzeug verrottet

Mittwoch, 12. August 2009 | Jan Sonntag | 3 Kommentare

Vermutlich stand das ausrangierte Flugzeug schon seit Jahren am Rande des Flughafens von Ouagadougou. Jetzt wird es zerlegt.

Schon bei unserer ersten Tour durch die Stadt vor nun einem Jahr ist uns die alte Tristar-Maschine aufgefallen, die beim Place de la Paix auf dem Flughafengelände vor sich hingammelte. Irgendwie fügte sich das in der Trockenzeit dick mit Staub bedeckte Flugzeug prima in das Stadtbild ein. Es wirkte, als wäre dieser Flieger schon immer dort gewesen und würde auch immer dort bleiben. Warum auch nicht, er stört ja nicht? Aufmerksame Blog-Leser haben ihn auch schon auf dem Video zu “wie sieht Ouaga eigentlich aus?” gesehen.

Seit ein paar Wochen schrumpft die Maschine nun Stück um Stück. Jedes mal wenn man an ihr vorbei fährt, fehlt ein weiteres Teil. Es ist als würde man dem stählernen Koloss beim verwesen zusehen. Scheinbar hat man sich dazu entschieden, ihn zu demontieren. Schade eigentlich, denn der Place de la Paix wird ohne ihn nicht mehr der selbe sein .

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Kategorien: Fotos, Ouagadougou


Vorerst keine Nachfolger

Dienstag, 4. August 2009 | Jan Sonntag | 1 Kommentar

Am Freitag überraschte uns das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit einem Ausreisestopp für Freiwillige. Das Auswärtige Amt schätzt das Risiko für Deutsche im Ausland vor den Bundestagswahlen als erhöht ein, weshalb der Ausreisestopp eine ganze Reihe afrikanischer Länder wie Marokko und Ägypten betrifft – und leider auch Burkina. Es handelt sich um ein generelles Risiko, nicht um eine Veränderung der Sicherheitslage speziell in Burkina Faso.
Wir nehmen die Warnungen sehr ernst. Leider können unsere beiden Nachfolger Marco und Stefan, die wir eigentlich am 5. August hier in Empfang genommen hätten, nun vorerst nicht ausreisen. Da sich die Warnung aber explizit auf die Bundestagswahlen beziehen, hoffen wir, dass ihre Ausreise im Anschluss an die Wahlen freigegeben wird. Wir beide werden bis zu unserer Ausreise in einigen Wochen in Ouagadougou bleiben und keine weiteren Reisen mehr unternehmen.

Wir sind mit der Situation natürlich alles andere als glücklich. Durch den Ausreisestop können wir Marco und Stefan nicht vor Ort einarbeiten und die Arbeit auf den Dörfern liegt bis auf weiteres auf Eis. Wir gehen nicht von einer konkreten Bedrohung aus, doch gebietet die Vernunft hier mit aller Vorsicht zu handeln.

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Kategorien: Ouagadougou


Jan und Nils sammeln heute den 581. Tag Afrika - Erfahrung

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