Behörden
Manche mögens heiß
Montag, 18. Mai 2009 | Jan Sonntag | 1 Kommentar
Um das Schulen- und das Krankenstationsprogramm auf weitere Provinzen Burkinas auszudehnen, unternahmen wir eine dreitägige Reise nach Dori, der Hauptstadt der Région du Sahel – mitten in der heißesten Zeit des Jahres.
Nachdem wir in einigen Provinzen bereits einen sehr guten Kontakt mit den Behörden pflegen, wollten wir auf dieser Reise die Schul- und Gesundheitsbehörden der Sahel-Provinzen treffen, in denen wir bisher noch nicht mit Projekten vertreten sind.
In jeder Provinz gibt es eine Schuldirektion, die der Direktion der Region unterstellt ist, die widerum dem Ministerium untersteht. Wir hatten das Glück bei unserem Besuch der Regionaldirektion gleich zu einem Treffen aller vier Provinzdirektoren und dem Regionaldirektor eingeladen zu werden, sodass wir unsere Organisation und die Projekte gleich in großer Runde vorstellen konnten. Ein guter Kontakt zu den Behörden hat für SEWA den Vorteil, einfacher mit den Schulen kommunizieren zu können, da die Schulen uns z.B. ihre Jahresberichte über die Schuldirektionen zukommen lassen können. Die Direktoren waren über die Unterstützung durch unsere Projekte natürlich sehr erfreut und sagten uns ihre Hilfe bei der Durchführung zu.
Die übrige Zeit verbrachten wir damit Schulen zu besuchen um dort zu erklären, wie sie von einer Installation profitieren können. Die Gegend um Dori gehört wie fast die gesamte Sahelregion zu den den ärmsten Burkinas, weshalb sich SEWA hier nun verstärkt engagieren will. Jetzt hoffen wir auf Bewerbungen von Schulen aus der Region, damit wir – sobald wir für die Projekte einen Spender gefunden haben – die Schulen mit Solaranlagen ausstatten können.
Eines der Dörfer, das wir besuchten, ist Bani, das weniger für seine große Grundschule als für seine Moscheen bekannt ist. Denn in dem Dorf stehen neun Moscheen, die alle nicht nach Mekka ausgerichet sind. So nutzten wir die Zeit nach dem Treffen mit der Schulgemeinschaft, um trotz der Hitze ein wenig durch das Dorf zu laufen und uns die beeindruckenden Moscheen aus Lehmziegeln anzusehen. Zum Glück haben wir uns an das burkinische Klima schon ganz gut gewöhnt und auch die 45° im heißen Norden machen uns nicht mehr allzu viel aus. Als wir uns jedoch später in dem Maquis (Restaurant / Café) des Dorfes erfrischen wollten, konnte man dort nichts als Bier bestellen! Weder Cola, noch einfaches Wasser wurde angeboten. In einem Dorf, in dem neun Moscheen stehen, staunten wir hierüber nicht schlecht!
Auf der Heimreise hat unser treues Gefährt, das wir bisher nur einmal zum Starten anschieben mussten, noch eine Reifenpanne gehabt. Mitten in der Stadt Kaya lüftete ein Nagel unser linkes Hinterrad in Rekordzeit, was uns die Gelegenheit gab etwas zu Mittag zu essen, nachdem wir den Schlauch zum Flicken beim Mechnaiker gelassen hatten.
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