Essen
Ein Gang über den Markt
Donnerstag, 10. September 2009 | Jan Sonntag | Keine Kommentare
In Ouagadougou gibt es neben dem gerade neu eröffneten großen Markt in der Innenstadt in jedem Viertel einen eigenen Markt, auf dem man alles findet, was man im täglichen Leben braucht. Hier ein kleiner Rundgang auf dem Markt unseres Viertels Somgandé:
Essen in Ouaga – Serienabschluss
Freitag, 24. Juli 2009 | Jan Sonntag | 2 Kommentare
Um unseren Blog nicht zu nahrhaft werden zu lassen stellten wir unsere Reihe “Essen in Ouaga” im November 2008 ein. Nun, kurz vor Ende unseres Dienstes, wollen wir unseren Lesern aber nicht mehr vorenthalten, wovon wir uns ein Jahr lang ernährten, und einen Blick in die Töpfe der “bonnes femmes” werfen.
Atiéké
Atiéké ist eines unserer absoluten Lieblingsgerichte und kommt eigentlich aus Côte d’Ivoire. Inzwischen wird der Maniok-Couscous, wie man Atiéké beschreiben könnte, aber auch in Burkina an jeder Straßenecke verkauft, was vor allem auf die vielen burkinischen Landarbeiter zurückzuführen ist, die in Côte d’Ivoire lebten und dann während der dortigen Krise zurückkehrten.
Atiéké ist ab 15 Cent zu bekommen, dazu gibt es meist frittierten Fisch (je nach Größe des Stücks 7 bis 35 Cent).
Benga
“Benga” ist Mooré und bedeutet auf Deutsch ganz einfach Bohnen, was das Gericht auch sehr gut beschreibt. Die Mischung aus Reis und Bohnen, die meist nur mit Öl, Salz und – mit ein wenig Glück – mit ein paar Zwiebeln gegessen wird, ist die billigste Möglichkeit sich in Ouaga zu ernähren und erfreut sich daher großer Beliebtheit. Benga ist äußerst sättigend und nahrhaft und wird morgens, mittags und abends gegessen. Unter den ADAlern gilt es als eines der gefährlichsten Gerichte, das schon so manch einem eine Woche im Krankenhaus bescherte. Wir hatten noch keine nennenswerten Probleme damit und essen Benga gern zu Mittag, auch wenn es aufgrund des vielen Öls einen Mittagsschlaf fast obligatorisch macht.
Reis mit Soße
Ohne riz sauce ist eine burkinische Speisekarte nicht komplett. Wählen kann man meist zwischen Tomaten und Erdnusssosße, wobei die Qualität oft sehr unterschiedlich ausfällt, je nach dem ob man seinen Reis lieber im Restaurant (80Cent) oder auf der Straße (15 Cent) kauft. Wie Benga ist der Straßenreis das Essen der einfachen Leute, da er sehr günstig und sehr sättigend ist. In den letzten Jahren ist der Reispreis aber wie der aller Lebensmittelpreise sehr gestiegen. Für das gleiche Geld bekommt man nun weniger auf den Teller als früher. Daher fordern viele Politiker, wieder mehr Reis in Burkina anzubauen und unabhängiger von Importen aus Asien zu werden.
Riz au gras
“Riz au gras” – kurz “riz gras” genannt – ist Reis, der bereits in der Sosse gekocht wird und sehr lecker sein kann. Ebenso wie riz sauce darf er auf keiner Speisekarte fehlen und wird bei fast jedem festlichen Anlass aufgetischt. Dabei hat jeder sein eigenes Rezept, weshalb kein riz gras dem anderen gleicht. Je nach Jahreszeit findet man auch unterschiedliches Gemüse auf dem Teller: mal mehr Igname, mal Karotten, mal mehr Kohl. Abwechslung garantiert!
Tô
Das westafrikanische “Regionalgericht” gibt es in ganz unterschiedlichen Formen und Farben und kann aus diverse Hirsesorten, Mais, Igname oder Bananen hergestellt werden. Vor allem in den ländlichen Gebieten ernährt sich die Bevölkerung hauptsächlich von Tô, weshalb wir das Gericht auch bevorzugt während unserer SEWA-Reisen gegessen haben. Tô sind Knödel-ähnliche Fladen, die im besten Fall nach nichts schmecken und meist mit Blätter- oder Gombosoßen gegessen werden. Vor allem der Anblick der schleimigen Gombo-Sausse (Gombo ist vermutlich besser als Okkra bekannt) ist für den durchschnittlichen Europäer etwas gewöhnungsbedürftig, da sie beim Verzehr oft Schleimfäden bildet. Es gibt aber eine noch schleimigere Soße, Capoc, deren Konsistenz an rohes Ei erinnert und mehr Fäden zieht als geschmolzener Käse.
Getränke
Neben Wasser, Bier und den Erfrischungsgetränken eines namenhaften amerikanischen Großkonzerns gibt es in Burkina eine reihe leckerer einheimischer Getränke, die es überall an der Straße in kleinen Plastiktüten zu kaufen gibt:
Bissab wird aus Hibiskusblüten hergestellt und ist sehr süß und erfrischend
Ingwersaft ist scharf, gesund, lecker und wird auch oft mit Bissap gemischt.
Somkom ist Wasser mit Hirsemehl, das jedem Gast serviert wird, besonders auf dem Dorf.
Tédo wird aus der Baobabfrucht hergestellt und schmeckt ein wenig wie Erdbeershake.
Ochata sieht aus wie Milch und wird aus Kichererbsen gemacht. Sehr lecker, sehr erfrischend.
Dolo ist Hirsebier und eigentlich nur auf dem Dorf erhältlich. Dort dafür sehr billig und in großen Kanistern.

Essen in…Gaoua – ein weiteres Serienspezial!
Mittwoch, 12. November 2008 | Jan Sonntag | Keine Kommentare
Auf unserer Gaoua-Reise machten wir eine großartige kulinarische Entdeckung: Foutou.
Foutou ist eine Art Tô, der aus den Kartoffel-ähnlichen Yamswurzeln gemacht wird. Dazu werden Die Yams zunächst geschält, dann gekocht, in kleine Stücke geschnitten und mit einem übergroßen Mörser gestampft. Diese anstrengende Arbeit wird fast ausschließlich von Frauen ausgeführt. Eine stampft, eine andere knetet den so entstehenden Teig. Beide Arbeitsschritte finden zeitgleich statt, wobei beide Frauen einen perfekt aufeinander abgestimmten Rhythmus haben, der verhindert, dass die eine der anderen auf die Finger stampft. Es war sehr faszinierend, die Frauen bei dieser Arbeit zu beobachten.
Schließlich wird der Teig zu großen Knödeln geformt und mit einer Tomatensoße mit Fisch und Fleich serviert. Ein Hochgenuss. A l’attaque!
Die Herstellung von Foutou haben wir auch noch in einem kurzen Film festgehalten, den wir auf dem Markt in Batie im Süden Burkinas drehten. Viel Spaß beim ansehen!
Essen in Ouaga: Folge 4 – Poulet avec frites
Dienstag, 4. November 2008 | Jan Sonntag | Keine Kommentare
Wie wir bereits vor einiger Zeit schrieben, haben wir auf der letzten Reise einen Hahn geschenkt bekommen. Diesen haben wir jetzt schlachten lassen und gegessen. Zeit also für eine weitere Folge “Essen in Ouaga”!
Nachdem der Hahn einige Tage bei uns im Hof verbrachtete und uns mit seinem Krähen erfreute, wurde es einfach Zeit ihn seiner Bestimmung zuzuführen: von uns verspeist zu werden. Nur haben wir beide noch nie einen Hahn geschlachtet, geschweige denn gerupft und ausgenommen. Also mussten wir uns ein Restaurant suchen, das diesen Part übernimmt und den Hahn auch gleich noch für uns grillt.
Gleich bei uns um die Ecke gibt es ein kleines Restaurant mit Grill, das wir gerne besuchen und das sich bereit erklärte den Hahn für uns zuzubereiten. Und so konnten wir den ganzen Entstehungsprozess unserer Mahlzeit verfolgen. Zuerst wurde der Hahn mit einem Messer getöet, dann mit heissem Wasser übergossen, damit das Rupfen leichter fällt. Schließlich wurde er ausgenommen und auf den Grill gelegt.


Zusammen mit Yéral haben wir das gute Tier dann gegessen, dazu gab es Pommes und ein kühles burkinisches Bier. Den Hahn hat man uns umsonst zubereitet, nur für die Fritten mussten wir pro Portion 500 CFA (~70 Cent) Zahlen.


Wenn man keinen eigenen Hahn hat, den man schlachten lassen könnte, kostet ein gegrillter Hahn 2000 CFA (~3 Euro).
Essen in…Djibo – Ein Serien-Spezial
Donnerstag, 30. Oktober 2008 | Jan Sonntag | Keine Kommentare
Für unsere Serie “Essen in Ouaga” gibt es heute eine Sonderfolge. Denn auf unserer Nachbesuchsreise in Djibo gab es auch kulinarische Entdeckungen. Zum Beispiel Tô mit Baobabsoße.

Am Morgen unserer Abfahrt schauten wir noch ein letztes Mal bei Verwandten von Yéral vorbei um uns zu verabschieden. Spontan lud man uns zum Frühstück auf eine Spezialität aus Djibo ein: Tô mit Baobabsoße. Tô, das burkinsische Nationalgericht, ist eine Art schleimiger Knödel, den man zum Beispiel aus Mais oder Hirse machen kann und der im besten Fall nach nichts schmeckt. Wie die Baobabsoße zubereitet wird wissen wir nicht, lediglich, dass dafür die Blätter des Affenbrotbaumes verwendet werden.


Und auch wenn der Anblick es nicht unbedingt vermuten lässt, so schmeckt das ganze doch recht gut. Der leicht scharfe und würzige Geschmack wirkt am Morgen belebend.
Jan und Nils sammeln heute den 583. Tag Afrika - Erfahrung
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