Nachbesuch

Nachbesuchsreise im Norden

Samstag, 25. Oktober 2008 | Jan Sonntag | 3 Kommentare

Vom 15. bis zum 17.10. waren wir zusammen mit unserem Mitarbeiter Yéral unterwegs um die Schulen von Pétéga, Loura, Borguindé, Barga und Niou zu besuchen. Außerdem sahen wir uns zwei Schulen an, die eventuell für zukünftige Installationen in Frage kommen

Der PickupFrüh am Morgen des ersten Tages packten wir einen gemieteten Pickup voll mit den Dingen, die wir für die anstehende Reise brauchen würden und machten uns auf in Richtung Djibo, einer Stadt im Norden des Landes, der ärmsten Region Burkinas, dort wo die meisten der für diese Reise vorgesehenen Ziele lagen.

Die 'Strasse' nach Djibo verdient diese Bezeichnung nichtWährend wir die ersten Kilometer bis Kongoussi noch gemütlich auf einer Teerstraße zurücklegen konnten, mussten wir dann bis Djibo mit einer völlig zerkraterten Piste vorliebnehmen, auf der man ohne Geländewagen keinen Meter zurücklegen kann.

Schaut man aus dem Fenster, so sieht man nun, dass die Regenzeit im Grunde vorbei ist, dass das Grün dem Gelb weicht. Und je weiter man nach Norden kommt, desto stärker verändert sich die Landschaft. Plötzlich dominiert der rote Sand, und die Landschaft könnte – sieht man von den wenigen Bäumen ab – ebensogut auf dem Mars liegen. Außerdem gibt es endlich die lange vermissten Berge, wengleich auch nicht besonders hohe.

Schließlich kommen wir in Djibo an und machen uns gleich weiter auf den Weg nach Pétéga, wo SEWA vor zwei Jahren eine Schule mit solarem Licht ausgerüstet hatte. So fahren wir noch eine gute Stunde durch die Savanne – wunderbare Afrika-Landschaft, wie man sie vom heimischen Fernseher kennt.Savanne Nur dass diesmal keine beruhigende Stimme über wilde Tiere spricht, sondern der Motor brummt und die Radaufhängung scheppert. An uns vorbei ziehen Hirten mit ihrem Vieh; Touareg, die majestetisch auf ihren Kamelen thronen und Menschen, die zu Fuß unter sengender Sonne die kilometerlange Strecke in ihr Dorf zurücklegen. Um uns nicht zu verfahren, nehmen wir einige Leute auf der Ladefläche mit nach Pétéga, die uns den Weg zeigen können.

In Pétega angekommen, beginnt für uns die Arbeit. Wir wollen wissen, ob die Anlage noch funktioniert, ob sie genutzt und gewartet wird, was sie dem Dorf bringt und noch Vieles mehr. Die Schule ist im Moment noch nicht in Betrieb, denn es ist Erntezeit und so gut wie alle Kinder müssen auf den Feldern mithelfen. Der Direktor ist nicht da, also lassen wir uns die Anlage von den Lehrern zeigen. Alles funktioniert perfekt. Wir unterhalten uns mit den Lehrern über Nutzung und Wartung der Anlage, füllen einen Fragebogen aus, der uns hilft, das Projekt zu evaluieren. In Pétéga läuft im Grunde alles genau so wie wir uns das wünschen. Man kümmert sich um die Anlage und sie bringt den Kindern großen Nutzen. Lediglich ein Schönheitsfehler: die Elternvertreter schließen eine zusätzliche Batterie an, die sie ab und an zum Fernsehen im Dorf verwenden. Dies ist jedoch ein eindeutiger Verstoß gegen die Vereinbarungen mit SEWA, die vor der Installation mit dem Direktor und der Elternvertretung getroffen wurden. Wir erklären den anwesenden Lehrern noch einmal, dass zusätzlich an die Solaranlage angeschlossene Geräte diese beschädigen können und die Lebensdauer der Anlage verringern. Es ist schade, dass sich in manchen Schulen nach einiger Zeit nicht mehr an unsere Anweisungen gehalten wird. Aber genau deshalb ist es ja so wichtig, dass wir die Schulen in regelmäßigen Abständen besuchen.

Und so fahren wir zurück nach Djibo, denn inzwischen ist es fünf Uhr und nach Einbruch der Dunkelheit sollte man hier nicht mehr unterwegs sein. Ich (Jan) fahre hinten auf der Ladefläche des Pickups, die Leute, an denen wir wir vorbeifahren starren uns ungläubig an. Wenn ich sie grüße, verwandelt sich ihr Gesichtsausdruck meist in ein freundliches Lächeln. Zurück in Djibo, ist es einfach, ein erstes Wort Fulfuldé, die Sprache der Peulh, zu lernen: “Toubakou” bedeutet Weisser, denn es ist das, was die Kinder uns hinterherrufen.

Die Nacht verbringen wir im Gästehaus des traditionellen Dorfchefs von Djibo, am nächsten Morgen heisst es früh (5.30) aufstehen, um zwei Schulen einen Vorbesuch abzustatten. Diese sind derart gut im Busch versteckt, dass wir eine ganze Weile brauchen, bis wir sie überhaupt finden. Dass die Dörfer hier jemals an das staatliche Stromnetz angeschlossen werden, erscheint unwahrscheinlich.

An den Schulen angekommen unterhalten wir uns mit dem Dirketor, den Elternvertretern und den Lehrern, erklären ihnen unser Angebot und zu welchem Engagement sie sich verpflichten müssen, wollen sie von einer Solaranlage profitieren. Zum Dank für unsere Bemühungen schenkt man uns einen prächtigen Hahn. Wir freuen uns riesig, auch wenn er uns am Abend darauf um unsere Nachtruhe bringt.

Die APE schenkt uns einen HahnDer Hahn nimmt im Auto Platz

Auf ähnliche Art verbringen wir auch den Rest unserer Reise. Am Ende können wir eine äußerst positive Bilanz ziehen: bei allen Schulen, die wir besuchten, funktionierten die Anlagen und wurden gut genutzt.

Hier noch einige Impressionen von der Reise:

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Kategorien: Notizen, im Busch, unterwegs


Nachbesuch in Salogo

Dienstag, 16. September 2008 | Nils Goldbeck | Keine Kommentare

Am 28. und 29. August 2008 waren wir in Salogo, etwa 150 km östlich von Ouagadougou. In Salogo hat SEWA vor sechs Monaten zum ersten Mal eine Krankenstation mit einer Solaranlage ausgestattet und jetzt war der erste Nachbesuch des Projekts fällig.

Wir fanden die Solaranlage der Krankenstation noch in sehr gutem Zustand vor und bei den Interviews mit dem Personal und dem CoGes (eine Art Verwaltungsrat) erfuhren wir, dass sie auch intensiv genutzt wird – am häufigsten bei Geburten.

InterviewDispensaire im Dunkeln

Später hatten wir dann noch die Gelegenheit, uns das Dorf etwas genauer anzuschauen. Als es dann aber anfing heftig zu regnen, setzten wir uns in die Dorfkneipe, wo es zwar etwas eng war, aber trotzdem eine super Stimmung herrschte.

Jan Abidou Marion und LisaDie Dorfkneipe und das aufziehende GewitterNils und Jan

Interessant waren auch mal wieder die Beobachtungen auf burkinischen Straßen: Eine Tankstelle, bei der das Benzin in ehemaligen Getränkeflaschen gelagert wird oder ein typisch burkinischer Allround-Transporter.

TankstelleAllround-LKW

Unsere Eindrücke aus Salogo haben wir auch in einem kleinen Film festgehalten. Viel Spaß beim anschauen!

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Kategorien: Notizen, video


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