Somgandé
Ein Gang über den Markt
Donnerstag, 10. September 2009 | Jan Sonntag | Keine Kommentare
In Ouagadougou gibt es neben dem gerade neu eröffneten großen Markt in der Innenstadt in jedem Viertel einen eigenen Markt, auf dem man alles findet, was man im täglichen Leben braucht. Hier ein kleiner Rundgang auf dem Markt unseres Viertels Somgandé:
Geschichte einer Straße
Montag, 20. Juli 2009 | Jan Sonntag | 4 Kommentare
In unserem Viertel Somgandé gibt es “die große Straße” (“la grande voie”), die von der Teerstraße Richtung Kaya ins Herz des Viertels, dem Markt, führt. An ihr liegen neben unserer Apotheke auch die Bäckerei, vor der es ständig nach frischem Baguette duftet. Diese Straße hat in den elf Monaten, die wir nun hier sind, derart häufig das Gesicht gewechselt, dass uns das einen Blogeintrag wert ist.
Ganz zu Beginn unserer Zeit wurde die Sandpiste frisch planiert, sodass sie richtig eben und dadurch sehr gut und zügig befahrbar war. Zu zügig befahrbar, fanden die Anwohner, die sich vom aufgewirbelten Staub der vorbeirauschenden Autos verständlicher Weise gestört fühlten. Sie halfen sich selbst und bauten so genannte “gendarmes couchés” (liegende Polizisten), kleine Schwellen, die Fahrzeuge zum Bremsen zwingen.
Das wiederum schien jemand anderem (vielleicht den reicheren Bewohnern des Viertels mit ihren schönen Autos?) nicht zu gefallen, denn nur wenige Wochen später wurde die Strasse erneut planiert. So konnten die Geländewägen wieder mit Tempo 70 durchs Viertel jagen.
Damit gaben sich die Anwohner aber nicht zufrieden, schließlich spielen am Straßenrand ja auch Kinder. Also verteilten sie auf der ganzen Piste fußballgroße Steine und Mauerreste, was die Straße für Autos quasi unpassierbar machte und alle Fahrad- und Mofafahrer zu einem Slalom-Parcours einlud (Bild). Wenige Tage später war die Piste wieder geräumt.
Doch die Anwohner ließen sich nicht unterkriegen und bauten die höchsten “gendarmes couchés” die Ouagadougou je gesehen hatte. Eigentlich konnte man nicht mehr von “liegenden Polizisten” reden, die standen nämlich ziemlich aufrecht mit einer Höhe von etwa 60cm. Sogar die Eselskarren scheiterten an ihnen. Die Strasse gab ein lustiges Bild ab: Alle 50 Meter sah man ein Auto oder einen Eselskarren, der sich mühte, über einen der Geschwindigkeitshügel drüber zu kommen.
Nun scheint das letzte Kapitel dieser Geschichte geschrieben zu worden. Seit einigen Wochen ist die Straße vollständig asphaltiert. Der “nouveau goudron” (die “neue Teerstraße”) ist sogar mit Straßenmarkierungen ausgestatet und zählt damit zu den besten der Stadt! Und so manch einer im Viertel munkelt, dass das etwas damit zu tun haben könnte, dass am Ende der Straße die Tochter des Präsidenten wohnt …
Unsere Straße
Montag, 1. Dezember 2008 | Nils Goldbeck | Keine Kommentare
In diesem Blogeintrag möchten wir euch einmal die direkte Umgebung unseres Zivi-Hauses vorstellen.
Wir wohnen im Stadtviertel Somgandé, das im Norden von Ouagadougou liegt. Die Umgebung von unserem Zivi-Haus gehört eindeutig zu den reicheren Stadtteilen, wie man an einigen teilweise auch im Vergleich mit deutschen Einfamilienhäusern sehr großen Villen und dicken Autos auf den Straßen leicht erkennen kann. Außerdem hat jedes Haus fließend Wasser und ist an das Stromnetz angeschlossen. In den meisten anderen Teilen Ouagadougous gibt es – wenn überhaupt – nur einen einzigen Wasserhahn für einen ganzen Hof, auf dem mehrere Familien zusammen leben.
Da unser Stadtteil zu den gehobeneren Gegenden Ouagas gehört, ist auch auf der Straße direkt vor unserem Haus nicht so viel los, wie in anderen Teilen der Stadt, wo die Straße meist gleichzeitig als Kinderspielplatz, Hühnerauslaufgehege, Kuhweide und Müllkippe dient. Dafür können wir uns aber in unserem Viertel sehr sicher fühlen: Die Straßen sind beleuchtet und von den Nachtwächtern der umliegenden Häuser gesäumt, die in ihren Liegestühlen vor sich hindösen.
Direkt gegenüber von unserem Haus ist ein kleiner Laden, in dem man alle möglichen Sachen, die man mal eben schnell braucht, kaufen kann: Von Spaghetti über Eier und Seife bis Toilettenpapier gibt es einfach alles. Und morgens holen wir hier oft Baguette zum Frühstück.
In unserer Straße gibt es auch in paar Baustellen, auf denen wir aber seit wir hier sind erst einmal gesehen haben, dass auch wirklich weitergebaut wird. Wahrscheinlich wird an diesen Großprojekten immer nur so viel weitergebaut, wie der Bauunternehmer gerade bezahlen kann.
Unser Nachtwächter wohnt in einer Hütte auf dem Grundstück einer solchen Bauruine direkt neben unserem Haus und er lässt uns gerne auf das Dach des halbfertigen Hauses klettern, von dem man einen fantastischen Ausblick über das ganze Viertel hat!
Ein 360°-Panorama der Aussicht von der Bauruine gibt es hier als .mov-Datei zum Download. Zum Betrachten wird der QuickTime-Videoplayer benötigt.
Jan und Nils sammeln heute den 583. Tag Afrika - Erfahrung
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