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Dorffest in Patiri
Sonntag, 15. März 2009 | Jan Sonntag | Keine Kommentare
Vergangenes Wochenende waren wir in Patiri, einem Dorf im Norden von Ouagadougou, auf einem traditionellen Dorffest. Seit SEWA 2005 die Schule des Dorfes mit einer Solaranlage ausrüstete, läd der Naaba (König) des Dorfes, das SEWA-Team jedes Jahr zu seinem Fest.
Und so machten wir uns zusammen mit Tim, einem AIM-Volontär aus Ghana, der gerade zu Besuch war, auf den Weg von Ouaga nach Patiri – per Anhalter. Mit dem Stadtbus ging es bis an die Mautstelle am Stadtrand Ouagas und von dort aus ließen wir uns erst von einer Französin und dann von einem Wirtschaftsanwalt und Freund des Königs im tonnenschweren Luxus-SUV mitnehmen.
In Patiri angekommen staunten wir nicht schlecht über die Menge an Leuten, die sich in dem kleinen Dorf versammelt hatten. Und noch mehr über das Spektakel um uns herum. Denn plötzlich fanden wir uns inmitten von Salutschüssen, Trommlern und Tänzern wieder, als der Naaba in seinen Hof einzog. Da unser Kollege Yéral uns leider nicht begleiten konnte, waren wir auch ziemlich auf uns allein gestellt und hatten niemanden, der uns vor etwaigen Fettnäpfchen hätte bewahren können. Denn wie begrüßt man einen König? Dürfen wir das überhaupt? Und so haben wir uns auf geheiß erst ein wenig ehrfurchtsvoll dem König genähert, aber als wir wie alle anderen auch die Schuhe abstreifen wollten, bevor wir den Teppich vor ihm betreten, hat er nur lachend abgewinkt und uns die Hand geschüttelt. Ganz unkompliziert.
Nachdem alle Dorfchefs den Naaba gegrüßt hatten, gab es in den noch leerstehenden Räumen der frisch fertiggestellten Krankenstation ein riesiges Festmahl. Danach wurde getrommelt, getanzt, getrunken, gegrüßt und gelacht.
Natürlich haben wir uns die Gelegenheit auch nicht entgehen lassen um noch einmal bei der von SEWA elektrifizierten Schule vorbeizuschauen. Da die Schule bereits 2005 elektrifiziert wurde, ist die offizielle Projektlaufzeit vorbei – dennoch ist es natürlich immer gut, wenn wir uns auch nach dem dritten Nachbesuch persönlich ein Bild von der Situation machen können.
Wir haben uns sehr gefreut zu sehen, dass die Anlage in perfektem Zustand ist, gut gewartet und stark genutzt wird. Seit letztem Jahr wird die Schule von einem neuen Direktor geleitet, der aber bestens über die Wartung bescheid wusste – der Wissenstransfer scheint also gut funktioniert zu haben.
Noch bevor wir mit den Lehrern redeten, haben wir ein paar Kinder aus dem Dorf gefragt, ob sie abends in die Schule gehen können. Sie erzählten uns, dass sie abends dort ihre Hausaufgaben machten und lernten – bei elektrischem Licht.
Patiri scheint sich also wie ein Musterprojekt zu entwickeln. Bleibt zu hoffen, dass in ein bis zwei Jahren, wenn die Batterie durch eine neue ersetzt werden muss, genug Geld angespart wurde, um diese Investition zu stemmen.
Da wir im Vorfeld vom Dorf gebeten wurden, auf dem Fest ein wenig zu filmen, ist es uns gelungen, ein paar einmalige Impressionen festzuhalten. Viel Spaß beim ansehen!
Das magische Viereck
Donnerstag, 27. November 2008 | Jan Sonntag | 2 Kommentare
Was machen die ADAler eigentlich, wenn sie nicht gerade unterwegs sind? Wir berichten viel über unsere Missionen, doch was machen wir eigentlich den Rest der Zeit in unserem Büro?
Filme schneiden und Berichte schreiben zum Beispiel. Vorgestern wurden Video und Bericht zur Elektrifizierung des CSPS in Youba auf die SEWA-Homepage gestellt. Beide haben wir frisch von Ouaga aus auf die Server geladen.
So ein Video zu schneiden macht eine Menge Spass, ist aber nicht immer einfach. Denn in Burkina Faso laufen wir ständig Gefahr in einem magischen Viereck aus Klima, Hardware, Internetverbindung und Stromversorgung die Nerven zu verlieren. Wenn eine Festplatte das Zeitliche segnet, ein Stromausfall die Arbeit des halben Tages vernichtet, die Videobänder unter Hitze und Staub zu sehr gelitten haben oder die störungsanfällige Internetverbindung es über Wochen hinweg verhindert, den fertigen Film hochzuladen, dann ist Geduld gefragt. Und so kommt es, dass alles gerne mal ein bißchen länger dauert und verständnisvolle Mitarbeiter uns mit ein paar Gläsern Tee wieder aufpeppeln müssen.
Hier übrigens noch die Frucht unserer Arbeit, der Film zur Elektrifizierung in Youba!
Essen in…Gaoua – ein weiteres Serienspezial!
Mittwoch, 12. November 2008 | Jan Sonntag | Keine Kommentare
Auf unserer Gaoua-Reise machten wir eine großartige kulinarische Entdeckung: Foutou.
Foutou ist eine Art Tô, der aus den Kartoffel-ähnlichen Yamswurzeln gemacht wird. Dazu werden Die Yams zunächst geschält, dann gekocht, in kleine Stücke geschnitten und mit einem übergroßen Mörser gestampft. Diese anstrengende Arbeit wird fast ausschließlich von Frauen ausgeführt. Eine stampft, eine andere knetet den so entstehenden Teig. Beide Arbeitsschritte finden zeitgleich statt, wobei beide Frauen einen perfekt aufeinander abgestimmten Rhythmus haben, der verhindert, dass die eine der anderen auf die Finger stampft. Es war sehr faszinierend, die Frauen bei dieser Arbeit zu beobachten.
Schließlich wird der Teig zu großen Knödeln geformt und mit einer Tomatensoße mit Fisch und Fleich serviert. Ein Hochgenuss. A l’attaque!
Die Herstellung von Foutou haben wir auch noch in einem kurzen Film festgehalten, den wir auf dem Markt in Batie im Süden Burkinas drehten. Viel Spaß beim ansehen!
Nachbesuch in Salogo
Dienstag, 16. September 2008 | Nils Goldbeck | Keine Kommentare
Am 28. und 29. August 2008 waren wir in Salogo, etwa 150 km östlich von Ouagadougou. In Salogo hat SEWA vor sechs Monaten zum ersten Mal eine Krankenstation mit einer Solaranlage ausgestattet und jetzt war der erste Nachbesuch des Projekts fällig.
Wir fanden die Solaranlage der Krankenstation noch in sehr gutem Zustand vor und bei den Interviews mit dem Personal und dem CoGes (eine Art Verwaltungsrat) erfuhren wir, dass sie auch intensiv genutzt wird – am häufigsten bei Geburten.
Später hatten wir dann noch die Gelegenheit, uns das Dorf etwas genauer anzuschauen. Als es dann aber anfing heftig zu regnen, setzten wir uns in die Dorfkneipe, wo es zwar etwas eng war, aber trotzdem eine super Stimmung herrschte.
Interessant waren auch mal wieder die Beobachtungen auf burkinischen Straßen: Eine Tankstelle, bei der das Benzin in ehemaligen Getränkeflaschen gelagert wird oder ein typisch burkinischer Allround-Transporter.
Unsere Eindrücke aus Salogo haben wir auch in einem kleinen Film festgehalten. Viel Spaß beim anschauen!
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